Die Scherri-Pilz-Storie

Spielverein-Legende Gerhard „Scherri“ Pilz verstarb am 07.10.215

Gerhard „Scherri“ Pilz war der erfolgreichste Fußballer des Spielvereins der Nachkriegszeit.

Im Jahre 1946 wurde der damals zehnjährige Gerhard Pilz Mitglied im Spielverein 06 e.V. Kassel-Rothenditmold. Bereits im Alter von 16 Jahren spielte er in der 1.Mannschaft des Spielvereins. Schnell wurde der KSV Hessen Kassel auf den Vollblutstürmer aufmerksam. In 1955 wurde Gerhard Pilz Vertragsspieler bei Hessen Kassel und spielte sehr erfolgreich in der 2.Liga Süd u.a. mit Nationalspieler Gala Metzner und anderen Fußballgrößen zusammen. Einer Schlosserlehre bei der Firma Henschel ließ Gerhard Pilz eine weitere Ausbildung zum Fliesenleger folgen. Heini Weber vermittelte ihm damals die Lehrstelle zum Fliesenleger bei der Firma Ritter in Kassel. In 1958 dann der Wechsel zu Waldhof Mannheim. Seinen größten sportlichen Erfolg feierte Gerhard Pilz im Jahre 1960, als ihm mit einer jungen Waldhof-Mannschaft der Aufstieg in die 1.Liga gelang.
„Ich muss wohl einen robusten Körper haben. Obwohl ich als Stürmer immer da hin gegangen bin, wo es wehtat und ich viel einstecken musste, blieb ich von schweren Verletzungen verschont“, so Gerhard Pilz. „Einmal hatte ich eine Bänderverletzung im Knie und der Mannheimer Mannschaftsarzt wollte mich eingipsen. Ich habe ihm jedoch eine Absage erteilt. 2 Wochen später war ich wieder fit“, so Gerhard Pilz weiter.

1962 dann die Rückkehr nach Kassel. Obwohl „Scherri“ viele interessante Angebote anderer Verein hatte, kehrte er zum Spielverein 06 zurück. Der sportliche Erfolg blieb ihm treu. Im Jahre 1963 feierte er mit seinen Blau-Weißen die Meisterschaft in der Kreisliga A. Später folgte in der Saison 1970/71 der Aufstieg in die Gruppenliga.
Dann beendete Gerhard seine fußballerische Laufbahn in der 1.Mannschaft und spielte viele Jahre in der Alt-Herren und der 3.Mannschaft. Insgesamt spielte Scherri Pilz über 50 Jahre aktiv Fußball. Erfolge feierte er auch in den 80-zigern als Tennisspieler des Spielvereins in der Medenrunde.
Eine große Leidenschaft wurde das Bergwandern in den Dolomiten und in den österreichischen Alpen.

Neben den sportlichen Erfolgen hat der Spielverein dem sympathischen und bodenständigen Sportskameraden noch eine Menge mehr zu verdanken. Tausende freiwillige Arbeitsstunden leistete er in den Jahren 1971 und 1972 beim Neubau und späteren Ausbau des vereinseigenen Clubhauses und stand unzählige Stunden im Getränkestand des jährlich im Sommer stattfindenden Spielverein-Turniers und hat dabei tausende Liter an Bier „verzapft“. Mit seiner großen Erfahrung steht Gerhard Pilz auch dem heutigen Vorstand um Vereinsvorsitzenden Roland Buntrock jederzeit mit Rat zu Seite.

Für seine Verdienste wurde Gerhard Pilz neben der silbernen und goldenen Ehrennadel im Jahre 2000 mit der großen Vereinsehrennadel, der höchsten Auszeichnung des Spielvereins, ausgezeichnet. Im Jahre 1996 erhielt er den Ehrenbrief des Hessischen-Fußball-Verbandes.

Fit  hielt sich Gerhard Pilz heute mit Fahrradfahren, Tennisspielen mit Horst Frosch und Theo Berning und mit regelmäßigen Besuchen der Kurhessen-Therme.

In Mannheim lernte Gerhard Pilz Ingeborg, die Liebe seines Lebens kennen. Geheiratet wurde in Karlstadt am Main. Im nächsten Jahr sind die beiden 50 Jahre verheiratet. Die Eheleute haben zwei Kinder und zwei Enkelkinder. Die Eheleut Pilz wohnten über 53 Jahre gemeinsam in der Naumburger Straße, im Herzen Rothenditmolds.


Trauerrede unseres 1.Vorsitzenden Rolf Hedderich vom 15.10.2015:

Liebe Ingeborg, liebe Familienangehörige, liebe Trauergäste,

der Spielverein 06 trauert um unser langjähriges Vereinsmitglied Gerhard Pilz.

Namens des Vereins, den Mitgliedern der Alt-Herren-kameradschaft aber auch ganz persönlich, darf ich dir, liebe Ingeborg und deinen Familienangehörigen das tiefempfundene Mitgefühl zum Tod von „Scherri“ übermitteln.

Als Rothenditmolder Junge ist Gerhard schon als Schüler zu unserem Fußballverein gestoßen. Sein großes fußballerisches Talent führte ihn bis in die oberste Fußballliga. Dort – in Mannheim – habt ihr beiden auch euer Lebensglück gefunden. Bei der Rückkehr nach Kassel und zu Spielverein kreuzten sich auch die Lebenswege mit vielen, mit denen er zusammen die Schulbank drückte: Dieter Felder, Karlfried Hirdes, Gerhard Leifheit, Reinhold Wagner. Zusammen mit Dieter Feldner und Reinhold Wagner führte er den Spielverein 06 bis in die Gruppenliga und begründete eine lange erfolgreiche Fußballzeit in Rothenditmold.

Aber auch sein handwerkliches Talent stellte er mit seinen Brüdern Hubert und Hermann unserem Verein zur Verfügung. Ohne diese Schaffenskraft hätten wir unsere Vereinsanlage nicht so gestalten können, wie sie sich heute präsentiert. Gerhard hat sich nie in den Vordergrund gespielt, aber doch nachhaltig in unseren Verein gewirkt. War Gerhard im Fußball und im Tennis ein Muster an Einsatz, Disziplin und Siegeswillen, so strahlte er privat eine große Lebensfreude aus, die er gern mit Freunden und Sportskameraden teilte.

Mit der „Spielverein – Familie“ habt ihr beiden viele schöne Stunden verbracht. Nach seiner aktiven Fußballzeit waren Wanderungen mit dir, liebe Ingeborg, seine liebsten Aktivitäten. Auch die Zusammentreffen der Alt-Herrenkameradschaft hat er bis zuletzt aktiv begleitet. Letztmalig am Sonntag . Liebe Ingeborg, liebe Familienangehörige, um den Lebensweg von Gerhard zu würdigen, ihn zu ehren und seiner zu gedenken hat unsere 1.Mannschaft am Sonntag mit Trauerflor gespielt.

Unsere Gedanken sind in dieser schwere Stunde bei Ihnen. Wir wünschen Ihnen alle Kraft, diesen Schicksalsschlag zu begreifen.

Spielverein 06 wird Gerhard ein ehrendes Gedenken bewahren.